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Donnerstag, 16. März 2006
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Seite 2

Chronik des KKS-Eutingen

Vorwort


Die Ursprünge des Schützenwesens zu erkunden ist nicht leicht, liegen sie doch lange zurück. Schon immer gab es Waffen, die in erster Linie zur Sicherung des eigenen Lebens, dem Erhalt von Hab und Gut und erst später zu friedlichen Kampfspielen verwendet wurden.
Bereits von den alten Germanen wird berichtet, daß sie sich in friedlichen Kampfspielen übten. Die bei mittelalterlichen Turnieren abgehaltenen Bogenschießwettbewerbe zeigten dagegen schon erhebliche Parallelen zu heutigen Wettkämpfen.
Aus vielen Vereinigungen des Adels, der kirchlichen Bruderschaften, der Bürgerwehren etc. die sich im Umgang mit Waffen übten, entwickelten sich im Laufe der Zeit Schützengruppen, die sich später zu Gilden und Schützengesellschaften zusammenfanden. 1861 wurde der Deutsche Schützenbund gegründet, dem bereits ein Jahr später der Badische Landesschützenverband folgte.
Der erste Weltkrieg 1914 setzte dem Schießsport ein jähes Ende. Die folgenden Kriegsjahre, der wirtschaftliche Zusammenbruch, die Inflationszeit, Elend und Not brachten das Schützenwesen zum Erliegen.
Als nach Kriegsende die Wirtschaft zu florieren begann, wuchsen mit zunehmender Beschäftigung auch wieder die Vereinsinteressen. In den Jahren 1920 - 1925 wurden in vielen Orten unserer näheren Umgebung Schützenvereine gegründet. In Eutingen im Jahre 1924. Doch die Arbeitslosigkeit Ende der 20er und Anfang der 30er Jahre forderten ihren Preis.
In der Folge der nationalsozialistischen Machtübernahme im Jahre 1933 wurden die Schützenvereine gleichgeschaltet. Der nach Gauen eingeteilte Deutsche Schützenverband erhielt eine Einheitssatzung.
Während des Krieges und - bedingt durch Maßnahme der Alliierten - bis in die SOiger Jahre hinein, lag der Schießsport faktisch am Boden. Erst danach wurden die Vereine durch ehemalige Aktive wiedergegründet, die dem Schützenwesen im Laufe der Jahrzehnte im gesellschaftlichen und sportlichen Bereich den Platz wiedergegeben haben, der einer solch traditionellen Sportart zusteht. Daß die Schützenvereine nach wie vor in der Lage sind auf neue Entwicklung zu reagieren und damit attraktiv zu bleiben, wird in der jüngsten Vergangenheit durch wiederentdeckte Disziplinen, wie das Bogen- und das Schwarzpulverschießen belegt, denen in großem Umfang durch Schaffung von entsprechenden Trainingsmöglichkeiten Rechnung getragen wird.

Die Gründungsmitglieder des KKS Eutingen im Jahre 1924

 

gruendungsmitgliederVon links nach rechts:

Wilhelm Furrer, Max Reich, Fritz Sieber, Oskar Stieß, Otto Gleis, August Issel, Karl Maulbetsch, Hugo Heimerle.

 

 

 

Über die Gründung und die Anfänge des KKS Eutingen


Der Kleinkaliber-Schützenverein e.V. Eutingen wurde im Jahre 1924 nach vielen, das ganze Jahr über andauernden Vorbereitungen aus der Taufe gehoben. Die Gründungsversammlung fand am 6. Oktober 1924 im Gasthaus „Lamm" in Eutingen statt. Von den Geladenen 

  1. Gleis, Otto
  2. Sieber, Fritz
  3. Reisch, Max
  4. Furrer, Wilhelm
  5. Heimerle, Hugo
  6. Issel, August
  7. Schuppel, Adolf
  8. Kunzelmann, P.
  9. Stieß, Oskar
  10.  Stieß, Adolf
  11. Nagel, Otto

waren bis auf die Herren Kunzelmann und Nagel alle erschienen.
Bereits damals hatte man auf den hinter dem Starkschen Sägewerk liegenden Steinbruch, wegen dessen natürlicher Geschlossenheit, als Schießplatz ein Auge geworfen, wie der Sitzungsleiter Otto Gleis erwähnte, nachdem er zuerst über Ursprung und Zweck der Bewegung referiert hatte.
Nachdem die Satzung vorgelesen, erläutert und angenommen worden war, wurde der Beitrag auf monatlich 1 Mark festgesetzt. Als letzter Punkt folgte die Wahl des Arbeitsausschusses als quasi erstem Vorstandsgremium.

Es wurden gewählt:

Sieber, Fritz 1. Vorsitzender
Reisch, Max Ersetzender des 1. Vorsitzenden
Gleis, Otto Schützenmeister
Schuppel, Adolf Ersetzender des Schützenmeisters
Stieß, Oskar Schriftführer + Rechner
Furrer, Wilhelm Beisitzer
Issel, August Beisitzer


Die erste Mitgliederversammlung am 15. November 1924 im Eutinger Gasthaus „Salmen" leitete der 1. Vorsitzende Fritz Sieber. Nach einer kurzen Begrüßung sprach er über die Ziele des Kleinkaliber-Schützenverbandes, dessen Aufgabe es sei, den schönen Schießsport zu einem Volkssport, ähnlich dem in der Schweiz, werden zu lassen. Ausdrücklich betont wurde, daß politische Richtungen unbedingt auszuschalten seien.

Ein Bericht über Fortschritte im Schießstandbau mit der Bitte an alle anwesenden Mitglieder, bei der Bewegung der Erdmassen recht zahlreich Beihilfe zu leisten, schloß sich an.
Als erstes Vereinsgewehr wurde eine sogenannte Geco Büchse Kai. 6 mm angeschafft. Doch sehr schnell mußte man feststellen, daß ein einziges  Gewehr nicht ausreichend war, worauf der Vorsitzende Fritz Sieber noch in 1924 einen Sammelwaffenschein für 3 Gewehre beantragte.

Das Eröffnungsschießen der Eutinger Schießanlage sollte am 1. Februar 1925 erfolgen, doch mußte es auf den 19. Juli 1925 verlegt werden, da der Schießstand noch nicht fertiggestellt war.

Bereits nach wenigen Monaten schied der 2. Schützenmeister Adolf Schuppel aus dem Verein aus. An seine Stelle wurde Hugo Heimerle gewählt.



 


 

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